구성품
[Spezifikationen]
- Gatefold-Cover
(315x312x7mm)
- Schwarze 1LP (12”, 180g, 33⅓rpm)
- Schwarze, polygelinierte
Innenhülle
- 8-seitiges Insert
[Hinweise zum Kauf]
※ Die Bilder dienen dem besseren Verständnis des Produkts und können vom tatsächlichen Produkt abweichen. ※ Aufgrund der Besonderheiten des Herstellungsprozesses können farbige Disks von Platte zu Platte in der Farbe variieren; zudem können während der Produktion kleine Punkte oder Farbstoffreste beigemischt werden. ※ Der Vorverkauf kann vorzeitig beendet werden, falls der Vorrat erschöpft ist. Made in Germany
HYUKOH [22]
Es ist erst acht Monate her, seit die erste EP [20] von „Hyukoh“ veröffentlicht wurde. Auf dem zweiten Album, auf dem die Schuldgefühle, die ihn geschickt versteckt geplagt hatten, spürbar nachgelassen haben, ist die Emotionalität tiefer und die Freiheit noch deutlicher geworden. In dieser kurzen Zeit boten sich ihm als Newcomer, der gerade erst zwanzig Jahre alt geworden war, so vielfältige Plattformen und Begegnungsmöglichkeiten, dass es fast zu viel war, um es zu bewältigen. Obwohl es kaum nennenswerte Promotion oder Marketing gab, wurde das Publikum, das die durch Mundpropaganda bekannt gewordene Musik von Hyukoh hörte, zunehmend vielfältiger. Nachdem sie zuvor kleine Auftritte auf der Straße und in Clubs gegeben hatten, erhielten sie nun Anfragen von fast allen inländischen Festivals und traten sogar im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auf. Zudem arbeitete er mit einem der besten Produzenten Koreas, „Primary“, an einem Album, erhielt zahllose Angebote für Feature- und Kooperationsprojekte und wurde mit ständigen Interviewanfragen verschiedener Medien als einer der größten Hoffnungsträger des Jahres 2015 gefeiert – man könnte sagen, sein Potenzial ist voll aufgegangen.
Doch die Venn-Diagramme, die sich aus dem Zusammenkommen von Individuen wie Teilchen auf diesen verschiedenen Plattformen bildeten, lösten sich unweigerlich wieder auf. Paradoxerweise besingt der Track „Settled down“ – entgegen seinem Titel – das Unvermögen, sesshaft zu werden. Der Track „Wari-Gari (Comes and Goes)“ hebt die Menschen und Beziehungen hervor, die verschwinden, sobald man sich an sie gewöhnt hat – ein Muster, das sich von seiner Kindheit im Ausland bis zu seinem heutigen Leben in Seoul wiederholt. Und der Track „Hooka“, den die Bandmitglieder als ihr Lieblingsstück dieses Albums bezeichnen, enthält ungeschönt die Gefühle, die er angesichts der stark veränderten Umgebung in Bezug auf menschliche Beziehungen empfand. Die Verletzungen durch eine nicht funktionierende Gemeinschaft und das Verlangen, die daraus resultierenden Leerräume im Leben zu füllen, führten zu musikalischen Experimenten in einer reineren Richtung.
Seit der Veröffentlichung der ersten EP im September letzten Jahres ist „Ohyuk“, der Bandleader und Kopf hinter der Musik von „Hyukoh“, ohne Pause vorangestürmt. Für ihn, der schon seit seiner Kindheit Musik machte, aber keinen Ausweg fand, war dies die Gelegenheit, all das herauszulassen, was er bisher in sich hineingefressen hatte. Der schnelle Erfolg als Musiker, die explosive Resonanz und die Erwartungen an seine Band sind natürlich dankenswert, doch für den introvertierten Ohyuk dürfte die Last zu groß gewesen sein, um sich rein zu freuen. Doch anstatt zu zögern, entschied er sich, entschlossen nach vorne zu blicken. Während es beim ersten Album primär darum ging, ein Ergebnis zu liefern, strebte er bei der zweiten EP [22] durch intensives Überlegen danach, die musikalische Qualität weiter zu steigern.
Da ihm nun ein Umfeld für professionelles Arbeiten zur Verfügung stand, spiegelten sich darin einerseits Experimente mit neuen musikalischen Techniken wider, die er zuvor nicht versucht hatte, und andererseits investierte er viel Mühe darin, übertriebene Reverbs und Effekte mutig wegzulassen, um den natürlichen Charme von Ohyuks eigener Stimme detailliert hervorzuheben. Infolgedessen wirkt seine rohe, lebendige Stimme, die durch das Hinzufügen oder Wegnehmen von Raumklang paradoxerweise näher an den Hörer herangerückt ist, ohne mechanische Hilfe authentisch und sticht gerade innerhalb des satten Bandsounds hervor, der jeden einzelnen Song ausfüllt.
Der Dichter 'Park Jung-dae' sagte in seinem Gedicht „Eine verschneite Nacht“: Liebe sei so, als würde man lautlose Musik machen; das Gefühl, einander zu spielen, sei eine Zeit, die tiefer ist als jede Musik der Welt. „Mer“ bedeutet auf Französisch Meer. In diesem Stück besingt 'Oh Hyuk' eine Liebe, die still versinkt, als würde man in die Tiefe des Meeres gesogen, das wie ein bodenloser Abgrund der Welt ist. Erstaunlich ist jedoch, dass er dieses Stück im Alter von 19 Jahren schrieb. Damals sehnte er sich nach einer erwachsenen Liebe, doch die Form der Liebe, die er sich wünschte, war in Wahrheit irgendwie egoistisch und selbstzentriert. Es ist grausam menschlich und zugleich romantisch. Die Suche nach Romantik ist eigentlich eine traurige Angelegenheit, denn sie bedeutet, sich nach einer Süße zu sehnen, die einem momentan fehlt. „Big Bird“ ist ein Stück, das in diesem Kontext geschrieben wurde. Inmitten eines geschäftigen Zeitplans erinnerte sich 'Oh Hyuk' an einem Tag mit Vollmond daran, dass auch der letzte Mond, den er gesehen hatte, ein Vollmond war, und empfand dabei eine beklemmende Traurigkeit. Er empfand es als bedauerlich, dass er gelebt hatte, ohne die Muße zu haben, einmal zum Himmel aufzublicken, bis ein ganzer Mondzyklus vergangen war. „Gondry“ ist ein Stück, das dem französischen Filmregisseur 'Michel Gondry' gewidmet ist; man spürt darin die schläfrige Wärme von Liebenden, die in dem warmen Sonnenlicht, das die Luft am Mittag erfüllt, ihre Liebe teilen. Die Melodie, das Musikvideo und die Mise-en-Scène dieses Stücks, das in einem Zug unter dem Eindruck seines Films „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ geschrieben wurde, sind ebenfalls eine Hommage an ihn.
Ein bemerkenswerter Aspekt der Alben von 'Hyukoh' sind die künstlerischen Arbeiten außerhalb der Musik, die sich mit hoher Dichte mit den Liedern harmonieren. Die Kollaborationen mit Künstlern verschiedener Genres – wie den Künstlern Ryu Kyung-ho, Noh Sang-ho und Kim In-yeop, die die Albumcover gestalteten, den Kameraleuten Jung Jin-soo und Kim Seong-wook (Regisseur OUI), die für die Musikvideos verantwortlich sind, sowie dem Künstler Cho Gi-seok – bringen Ergebnisse hervor, die eng mit ihren Songs interagieren. Man darf nicht vergessen, dass die Zusammenarbeit mit Menschen, die auf einer Basis gemeinsamen Interesses in langjährigen Beziehungen zueinander stehen, die auf der Fähigkeit beruhen, einander zu erkennen, tief in jedem Aspekt der Alben von 'Hyukoh' eingewebt ist.
Mit welchen Träumen kommen wir hier zusammen, um zu leben? Selbst wenn wir uns in einer Ecke eines schimmeligen Einzimmerappartements zusammenkauern wie ein Ameisenbär im Zoo, so ist das, was wir uns jeweils wünschen, so erfrischend wie ein plötzlicher Regenschauer an einem heißen, sonnendurchfluteten Tag. In diesem Album ist die entschlossene Frische spürbar, wenn man ohne Regenschirm durch die Menge der hektischen Menschen geht, die bei einem plötzlichen Wolkenbruch in Panik geraten, und den Regen mit dem ganzen Körper spürt. Während sie sich zuvor verschlossen und verborgen hielten, haben sie gelernt, sich immer mehr nach außen zu bewegen, sich selbst zu offenbaren und zu zeigen und gleichzeitig die Beziehungen zu ertragen, die sich – ob gewollt oder nicht – daraus ergeben. Während im ersten Album die verzweifelte Stimmung im Vordergrund stand, als ob sie ihre Bestimmung als Menschen nicht erfüllen könnten, haben sie in diesem Album die Essenz ihrer Existenz erneut hinterfragt und eine gewisse Gelassenheit gefunden. Ich freue mich erneut auf ihre nächsten Schritte, während sie musikalisch und menschlich Schritt für Schritt wachsen.
- Lim Da-woon, Beitragsverfasser der Independent Art Space Initiative, Direktor KIGOJA / Unabhängiger Kurator